Autor: Dr. med. Holger Walz | 23.07.19, 08:00

vi säger tack - wir sagen danke!

Seit gestern sind sie wieder zurück - die B-Juniorinnen der Fußballabteilung des SV Eutingen. Müde, erschöpft, aber auch überwältigt von den Eindrücken des weltweit größten Jugendturniers in Göteborg kamen die 16 Mädchen und ihre 3 Betreuer gestern nachmittag in Stuttgart am Hauptbahnhof an.

Bereits am Samstag vorige Woche flog die Mannschaft um Trainer Rainer Kalbacher über Frankfurt nach Göteborg. Das einheitliche Auftreten, welches aus dem Crowdfunding finanziert werden konnte, sorgte für Aufsehen. Am Flughafen Stuttgart wurde das Team beim Einsteigen in den Flieger mit einer Lautsprecherdurchsage verabschiedet und beim Zwischenstopp in Frankfurt wünschte der Flugkapitän viel Glück. Selbst bei dem internationalen Flug nach Göteborg bekamen die Mädels von der Crew Glückwünsche mit auf den Weg.

Da der Gothia Cup erst am Montag begann, konnte die Zeit am Samstag für das gemütliche Ankommen in der Unterkunft in Alingsas genutzt werden. Dort wurden wir herzlich empfangen und bezogen unsere Klassenzimmer in der "Nolhagaskolan". Ein gemeinsames Abendessen in einem schwedisch-griechischen Restaurant, sozusagen als "Team-Event" (auch finanziert aus dem Crowdfunding Topf) rundete den Samstagabend ab.

Um uns für das Turnier angemessen vorzubereiten, fand am Sonntag, 14.07.2019, eine lockere Trainingseinheit statt. Am Montag, 15.07.2019, war es endlich soweit. Das erste Spiel der Gruppenphase gegen die U18 von Rävasens IK stand bevor. Nachdem Laura Hopf, die aufgrund eines Kreuzbandrisses nicht beim Turnier mitspielen konnte aber trotzdem mit nach Schweden gereist war, einen symbolischen Anstoß durchgeführt hatte, wurde das Spiel angepfiffen. Die Mädels hatten schon zu Beginn der Partie einige Chancen gegen die schwedischen Gegnerinnen in Führung zu gehen, was durch ein Tor von Sophie Köhler in der 10. Spielminute auch gelang. Die teilweise körperlich überlegenen Gegnerinnen hatten insgesamt wenig Torchancen, ließen es sich jedoch nicht nehmen in der 28. und 50. Spielminute jeweils ein Tor zu erzielen, so dass die Mädels das Spiel am Ende mit 2:1 verloren. Es machte sich jedoch nur kurz Enttäuschung breit, denn der Tag endete mit einer fantastischen und olympiareifen Eröffnungsfeier im nahezu vollbesetzten Ullevi Stadion. Krönenender Abschluß dieser Feier war der Einzug der Nationen, der Gothia Repect Eid sowie das fulminante Abschlussfeuerwerk.

Die Mädels ließen auch am nächsten Tag von der Niederlage am Vortag wenig beeindrucken und starteten wieder hoch konzentriert und fokussiert in das Match gegen die Mannschaft aus Ope (Schweden). Auch dieses Spiel war körperbetont und endete auch mit einigen Blessuren. Es gelang jedoch weder den Mädels noch ihren Gegnerinnen das Runde ins Eckige zu befördern. Das zweite Gruppenspiel endete (mit einen für Ope IF schmeichelhaften) 0:0.
Somit war klar, dass im letzten Gruppenspiel am Mittwoch gegen die Mannschaft von Brämhults IK ein Sieg her musste, um in die A-Finals weiterzukommen.

Unsere SVE-Mädels waren in diesem Spiel von Anfang an hoch konzentriert, gewannen ihre Zweikämpfe und waren auch spielerisch klar besser als die schwedischen Gegenspielerinnen. Trotz vorhandener Chancen konnten die Mädels in der ersten Halbzeit nicht in Führung gehen, ließen in der zweiten Hälfte jedoch nicht nach. So geschah das durch die Gegnerinnen nahezu unvermeidbare: Spielführerin Franziska Reiser beförderte den Ball in der 37. Minute unhaltbar zum 0:1 ins Netz und wiederhte dies in der 38. Spielminute. Endlich wurden die Mädels für ihre starke Leistung belohnt und gewannen hochverdient das Spiel mit 0:2.
Da die Mädels punktgleich waren mit Ope IF und auch das Torverhältnis identisch war, musste die Entscheidung noch am Mittwochnachmittag im Elfmeterschießen gegen die Schwedinnen fallen. Unsere Schützinnen blieben jedoch cool und trafen platziert. Auch Torspielerin Celine Prinz hielt souverän und daher gewannen unsere Mädels das Elfmeterschießen um den Einzug in die A-Finals mit 5:3.

Somit ging es am Donnerstag mit dem 1/16-Finale gegen die U18 von Sävedalens IF weiter. In diesem Spiel knüpften unsere Mädels an ihre starke Leistung vom Vortag an, die Gegnerinnen waren jedoch körperlich wie auch spielerisch auf Augenhöhe. In der 37. Minute konnte Kapitänin Franzi Reiser das 0:1 erzielen. Die Gegnerinnen ließen sich davon jedoch wenig beeindrucken und drehten das Spiel, so dass es in der 47. Spielminute 2:1 gegen unsere Mädels stand. In der 53. Spielminute bewies Stürmern Tia Luz ihr Können: Sie sah, dass die gegnerische Torhüterin weit aus dem Tor herausgekommen war, setzte zum Fernschuss an und beförderte den Ball gekonnt ins gegnerische Tor. Am Ende des Spiels stand es als 2:2, was zur Folge hatte, dass sich unsere Mädels erneut im Elfmeterschießen beweisen mussten. Leider mussten sie sich in diesem letzten Endes geschlagen geben und waren folglich aus dem Turnier ausgeschieden. Große Enttäuschung machte sich breit aber auch Wehmut, da es für manche Spielerinnen das letzte Spiel bei und mit den B-Mädels des SV Eutingen war.

Dennoch gab es großes Lob von den schwedischen Beobachtern, denen zum einen die im Vergleich zu den Gegnern extrem junge Mannschaft aufgefallen war. Zudem zollten sie großen Respekt vor dem technisch hochklassigen und sehenswertem Fussball.

Die übrigen Tage im schönen Alingsas verbrachten wir gemütlich am dortigen See und genossen den letzten Tag in Göteborg und auf den Schären-Inseln. Die Zeit verging wie im Flug und es war schon wieder Sonntag und somit auch Tag der Abreise. Am Morgen des 21.07.2019 traten wir den Rückweg nach Stuttgart an.

Die Mädels zeigten das ganze Turnier über auf dem Platz eine tolle Moral und ließen sich auch außerhalb des Spiels nichts nachsagen. Sie hinterließen einen sehr guten Eindruck bei den schwedischen Fußballfreunden und knüpften neue Freundschaften.

Schon jetzt freuen sich die schwedischen Betreuer auf eine evtl. erneute Teilnahme der Eutinger Mädels am Gothia Cup 2020. Ein Gegenbesuch einer Allingsaser Mädchenmannschaft ist am Rande des Turniers angesprochen worden.

Wir möchten nicht versäumen, uns bei allen Eltern, Fans, Unterstützern und Sponsoren ganz herzlich zu bedanken. Ohne die finanzielle und ideelle Unterstützung wäre die Teilnahme an diesem herausragenden Sportevent nicht möglich gewesen.

VI SÄGER TACK (schwedisch: wir sagen Danke)!!!
(sb/hw)

Kommentare

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1 Kommentar(e) zum Eintrag vorhanden

Edmund Schwab

Kommentar zum Projektblog:  vi säger tack - wir sagen danke!

23.07.2019, 22:47 | Edmund Schwab (Fan)

Na dann.. trotzdem super gemacht Mädels. Macht weiter so. Immer das Ziel vor Augen, als Einheit und Team zu agieren. Mit dem nötigen Respect auf das Spiel einstellen. Mit dem Elan und Durchsetzungsvermögen weitermachen, wo ihr die Sasion beendet habt. Geht euren Weg. Mit dem Potential könnt ihr zusammen noch viel erreichen. Wichtig ist auch , dass Ihr alle soweit gesund zurückgekommen sind. Für Euch war es bestimmt wieder eine Bereicherung im sportlichen sowie im menschlichen Sinne. Macht weiter so. Viel Glück...

Edmund...